Länderspielpause: Über U21-Spieler und die Vereinbarkeit von Kontra-DFB und Pro-BVB

Meyer und Goretzka, Durm, Ginter, Volland und Draxler. Was diese Spieler gemeinsam haben? Sie alle können noch für die U21-Nationalmannschaft auflaufen. Alle von ihnen haben aber auch schon bei der A-Nationalmannschaft gespielt oder waren sogar letzten Sommer bei der WM dabei. Dabei haben Durm und Ginter (und Großkreutz) keine einzige Minute gespielt, Draxler hatte einen Kurzeinsatz.

Bei der Nominierung zu den (inzwischen Gott sei Dank verletzungsfrei überstandenen) Länderspielen letzte Woche sagte Löw dann, er werde keinen dieser Spieler, die noch für die U21 auflaufen können, nominieren, bis die U21-EM im Juni gelaufen ist. Er „sehe keine Notwendigkeit, jetzt schon Spieler zu holen, denen die Zukunft gehört.“ Es sei für die Spieler fruchtbarer, bei diesem Turnier internationale Erfahrungen zu sammeln, als bei der A-Nationalmannschaft 90 Minuten auf der Bank zu sitzen.

Warum, in Gottes Namen, hat er dann Ginter, Durm und Draxler mit nach Brasilien geschlürt? Warum kommt ihm diese Erkenntnis erst jetzt? Ich persönlich kann nicht erkennen, welche Erfahrungen die Drei bei der WM machen konnten, wie sie davon profitiert haben sollen, keine Sommerpause zu haben und große Teile der Saisonvorbereitung zu verpassen. Im Gegenteil, ich denke, gerade Ginter hätte eher etwas davon gehabt, schon früher mit der Mannschaft zu trainieren, vielleicht hätte es ihm etwas von der Unsicherheit genommen, die er gerade am Anfang ab und an gezeigt hat. Und selbst, wenn nicht – ich sah schon letztes Jahr und sehe noch immer zumindest keine Vorteile, die die WM den Jungs gegeben hat, die dort keine Minute zum Einsatz gekommen sind.

Vielleicht verstehe ich die Logik dahinter nicht. Aber mein Eindruck ist sowieso, dass die U21 weniger die Mannschaft für die Spieler ist, die ihrem Alter gemäß dort (noch) spielen können, als vielmehr ein Sammelbecken für Spieler, die, aus welchen Gründen auch immer, den Sprung in die A-Nationalmannschaft (noch) nicht geschafft haben. Beispiel: Bittencourt und Leitner haben je 14 bzw. 21 Spiele für die U21 gemacht und waren, soweit ich informiert bin, noch nie bei der ersten Mannschaft dabei. Durm hat immerhin 5 U21-Spiele gemacht, aber schon 7 für die A-Mannschaft, Draxler hat nur ein einziges für die U21 gemacht und 15 bei der A-Nationalmannschaft. Und nun ist es ja nicht so, als bestünde, vor allem in Draxlers Fall, akute Personalnot für Löw, derentwegen er die Spieler dann früher als „nötig“ „hochzieht“.
Vielleicht ist das aber auch einfach eine allgemeine Entwicklung, auch in der Bundesliga spielen immer jüngere Spieler („Männer“ kann man die ja z.T. fast noch nicht nennen).

Und ja, aktuell sind Durm und Draxler gerade für keine der Mannschaften nominiert, weil verletzt bzw. noch nicht wieder fit. Aber trotzdem ist diese Aussage von Löw doch eigentlich nur ziemlich lächerlich. Oder? Meinungen?

Ich bin kein Freund des DFB, der Nationalmannschaft, von Löw. Ich mag Länderspielpausen nicht, weil das heißt, dass es keinen BVB-Fußball gibt und man noch dazu darum bangen muss, dass alle Spieler heile zurückkommen. Mir gibt der Weltmeistertitel so gar nichts, ich mag Löw nicht, weil ich seine Logik und seine Taktik in den meisten Fällen nicht nachvollziehen kann, weil er sich einige Dinge geleistet hat, die ich ihm nicht nachsehen kann. Ich bin bei Länderspielen gleich welcher Art grundsätzlich für den deutschen Gegner.

Wie ich meine Kontra-DFB-Haltung vereinbaren kann damit, dass ichden BVB und dessen Spieler unterstütze? Ganz einfach: Ich freue mich z.B. für Ilkay Gündogan, dass er jetzt wieder zur Nationalmannschaft eingeladen wurde. Ich freue mich für Reus, wenn er ein Tor schießt. Aber finde es doof, dass die Nationalmannschaft dann führt oder das Spiel gewinnt. Wenn Hummels ein Tor verschuldet, dann tut mir das für ihn Leid. Aber es tut mir nicht Leid, wenn die Mannschaft dadurch in Rückstand gerät. Ich habe nix dagegen/es freut mich, wenn die BVB-Spieler sich im Kreise der Nationalmannschaft auszeichnen und dann auch von Nicht-BVB-Fans positiv wahrgenommen werden, aber es freut mich nicht, wenn die Nationalmannschaft Spiele gewinnt/gut abschneidet, etc. Ich wünsche der Mannschaft nicht aktiv etwas Negatives, aber ich wünsche ihrem Gegner etwas Positives und es gibt mir nix, wenn sie Spiele/Titel gewinnt.

Ich trenne ganz scharf zwischen der Leistung des einzelnen Spielers und dem, was ich mir für den Spieler wünsche, und der Mannschaft. Und abgesehen von der Nationalmannschaft, ist es der DFB, der Verband, und ist es Löw, die ich nicht leiden kann. Die Mannschaft ist da noch fast das „geringste Übel“.

Ist/Klingt das widersprüchlich? Mag sein. Für mich ist es ganz klar und ganz einfach ;-) Ich freue mich aber auch über andere Meinungen/Kommentare oder Diskussionen.

Gündogan+Reus_2_25.03.15

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s