Bedient.

Sehr untypisch für mich bin ich heute auch 4 Stunden nach Abpfiff der Partie zwischen Wolfsburg und dem BVB noch echt bedient. Und das liegt wohl weniger am Ergebnis bzw. dessen Konsequenzen – denn auf die Tabellensituation hat die Niederlage faktisch quasi keine Folgen – als an der Leistung insbesondere in der 2. Halbzeit.

Das erste Gegentor fiel nach etwa 40 Sekunden – auch wenn man das nun schon zum 4. Mal gesehen hat, ist es jedes Mal wieder ziemlich schockierend.  Aber nach dem schnellen Ausgleich war dann alles wieder offen und zumindest offensiv war das in der ersten Halbzeit auch ein wirklich gutes Spiel des BVB. Kampl wusste zu gefallen und Mkhitaryan spielte ganz groß auf. Für mich war er der Beste vorne drin beim BVB in diesem Spiel. Kagawa dagegen war über weite Strecken unsichtbar – ich denke/hoffe, dass er aus der Startelf rutscht, wenn Reus wieder voll mitmischen kann. Und Gündogan – so leid es mir tut, das schreiben zu müssen – macht sich im Moment nicht gerade unverzichtbar für den BVB. Lud die Wolfsburger mit seinem Fehlpass quasi zum ersten Tor ein und brachte auch ansonsten nichts (im positiven Sinne) nennenswertes zustande. Schade, aber so wie er aktuell spielt, ist es wirklich kein großer Verlust, wenn er den Verein im Sommer verlässt. Die Formkurve sinkt immer weiter.

Mkhitaryan_3_16.05.15_Wolfsburg_RN-dpa© RN/dpa

Mit einem 1:1 geht es in die Pause, in der, wenn man Kampl Glauben schenken darf, man sogar noch darauf hingewiesen hat, bei Standards aufzupassen. Was passiert? Man fängt sich das 2:1 nach einem Standard. Und was passiert dann? Nicht mehr viel auf Seiten des BVB. Defensiv war’s schon in der ersten Halbzeit zum Teil gruselig, in der zweiten ging dann auch offensiv nicht mehr viel zusammen. Ja, bei der Elfmeter-Situation in der ersten Halbzeit hätte der Schiedsrichter auch auf Rot für Benaglio entscheiden können. Ja, kurz vor Ende der ersten Halbzeit hätte es noch einen Elfmeter für den BVB geben können/müssen. Ja, das zweite Gegentor hätte aufgrund Abseits nicht zählen dürfen. Andererseits wäre aufgrund der Leistung des BVB in der zweiten Hälfte selbst ein Unentschieden eigentlich unverdient gewesen.

Lichtblicke immerhin: Reus wurde (für Kagawa) eingewechselt und konnte in den letzten paar Minuten immerhin einigermaßen überzeugen. Allerdings war das auch der Zeitpunkt, ab dem Mkhitaryan völlig abtauchte – ob bzw. wo da ein Zusammenhang besteht, weiß ich nicht. Auffällig war’s aber schon. Langerak hat einige Bälle klasse gehalten und das ein oder andere Gegentor mehr verhindert. Und: Es hat sich niemand verletzt.

Langerak_6_16.05.15_Wolfsburg© Borussia Dortmund

Und so ist nach diesem Spieltag, an dem bis auf die Schalker alle anderen Mannschaften für den BVB gespielt haben, die Mannschaft (noch immer) auf Platz 7. Der ja, zumindest in unserem Fall, bekanntermaßen für die Europa League-Qualifikation ausreicht. Genauso bekannt ist aber, dass die direkte Qualifikation durch Platz 6 sehr viel angenehmer wäre, weil weite Reisen und Qualifikationsspiele mitten in der Saison-Vorbereitung entfallen würden. Klar ist auch, eben weil alle anderen für den BVB gespielt haben, dass mit einem Unentschieden gegen Bremen am nächsten Samstag der 7. Platz gesichert wird und ein Sieg, bei gleichzeitigem Sieg von Gladbach zuhause gegen Augsburg, dem BVB sogar noch Platz sechs bescheren kann. Und so unwahrscheinlich ist das doch eigentlich nicht… Augsburg hat heute verloren, Gladbach hat Werder 0:2 im eigenen Stadion geschlagen.

Es ist noch immer alles drin – nur die Schalker haben sich mit verdammt viel Glück und einem Eigentor des SC Paderborn eine Minute vor Spielschluss doch noch uneinholbar auf Platz 5 hochgehievt. Vielleicht ist es auch das, was mich so ärgert: Weil es so dermaßen unverdient war und ich es auch Paderborn so sehr gegönnt hätte. (Ansonsten ist auch im Tabellenkeller vieles schön gelaufen heute: Stuttgart hat Hamburg geschlagen, Freiburg die Bayern besiegt und Hannover hat auch drei Punkte geholt.)

BVB_114_16.05.15_Wolfsburg© Borussia Dortmund

Es stehen also tatsächlich noch zwei Endspiele an, von denen ich gar nicht sagen kann, welches denn nun wichtiger ist. Mit Platz 6 in der Tasche den Pokal zu holen, wäre aber eindeutig die schönste mögliche Variante der Endspiel-Gestaltung. ‚Es ist noch alles drin‘ wird bis zum nächsten Samstag mein Mantra. Und dann werde ich mir eine Packung Taschentücher zurechtlegen und das letzte Heimspiel der Saison so gut wie möglich genießen – das letzte Heimspiel mit Klopp und Kehl. Daran mag ich jetzt noch gar nicht denken.

Kehl+Kuba+Klopp+Reus_21.03.15_Hannover_bearb© Borussia Dortmund (nach dem Sieg gegen Hannover)

 

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