Team Miki!

Natürlich stand der vergangene Samstag auch und ganz besonders im Zeichen des Abschieds von Sebastian Kehl und Jürgen Klopp. Der eine seit 13, der andere seit 7 Jahren beim BVB und für beide war es das (vorerst?) letzte Heimspiel als Spieler bzw. Trainer. Wie erwartet, gab es große Emotionen und auch Tränen. Viel ist schon zu den Beiden geschrieben worden, schon vor Samstag und seit Samstag noch viel mehr und sicherlich werde auch ich nächste Woche, wenn die BVB-Zeit von Kehli und Kloppo dann wirklich und richtig endgültig zu Ende ist, auch noch etwas schreiben.

Aber heute möchte ich ein paar Worte aufschreiben zu einem Mann, der am Samstag sein vielleicht bestes BVB-Spiel gemacht hat, und der in dem allgemeinen Rausch der Abschiede von (Ex-)Kapitän und Trainer nicht untergehen sollte. Henrikh Mkhitaryan, von vielen (den meisten?) BVB- und Fußball-Fans schon komplett abgeschrieben und als sicherer Abgang im Sommer betrachtet, hat das Spiel bestimmt, war vielleicht der beste Mann auf dem Platz auf Seiten von Borussia Dortmund und hat zur Krönung des ganzen auch noch ein wunderschönes Tor geschossen!

Mkhitaryan_4_23.05.15_Bremen_RN-DeFodi© RN/DeFodi

Ich bin #TeamMiki, schon immer gewesen. Weil ich ihn angenehm zurückhaltend und sehr sympathisch finde. Weil ich es mag, wenn Fußballer, etwas überspitzt formuliert, ihren Kopf nicht nur haben, damit es nicht reinregnet. Wenn genau dieser Kopf dann dem Menschen und seiner Höchst-Leistung im Wege steht, wenn der Spieler die 27 Millionen Euro, die man für ihn bezahlt hat, nicht in der ersten Saison und erst recht nicht in der zweiten Saison durch außergewöhnliche Leistungen auf dem Platz rechtfertigt, dann hat dieser Spieler ganz schnell einen Stempel weg. Sensibelchen, ‚der kann’s vielleicht in der ukrainischen Liga, aber für die Bundesliga reicht’s dann doch nicht‘, nichts ist recht und gut genug, ‚wenn jemand so viel Geld kostet, kann ich auch erwarten, dass er sofort funktioniert‘ – das gab es immer wieder und überall über ihn zu lesen.

Ich habe schon im Februar gesagt, dass ich mir wünsche, dass Miki über den Sommer hinaus bleibt. Dass ich überzeugt bin, dass er es drauf hat und das auch noch zeigen wird. Dass man in der Situation, in der die Borussia in der Hinrunde und Winterpause steckte, nicht erwarten kann, dass ausgerechnet Miki, der vielleicht noch immer nicht so wirklich angekommen war, die Mannschaft da raus zieht.
Und jetzt? Genau wie die gesamte Mannschaft in den allermeisten Spielen seit Klopps Rücktritts-Ankündigung vielleicht nicht direkt eine Leistungsexplosion, aber doch eine deutliche Leistungs-Steigerung zeigte, genau so spielt Mkhitaryan seitdem auch deutlich befreiter, besser und erfolgreicher auf. Und jetzt mehren sich die Stimmen, man müsse Mkhitaryan unbedingt behalten. Tja, ich hab‘ das ja schon immer gesagt ;-)

Ich möchte auch, dass er bleibt, damit er in meiner Erinnerung nicht auf ewig der Spieler ist, bei dem ich jedes Mal, wenn er den Ball bekam, ängstlich zusammenzuckte ob des erwarteten baldigen Ballverlusts. Bei dem ich das aussichtslose Dribbling oder den gruseligen Fehlpass schon erahnte, bevor er überhaupt dazu ansetzte. So viele BVB-Torchancen hat Mkhitaryan vereitelt, dass dieses Zucken bei mir kommt, unweigerlich, auch wenn ich das gar nicht will, denn ich bin ja #TeamMiki und eigentlich von ihm überzeugt. Aber auch am Samstag war es da, als ich sah, der Ball kommt zu Miki, die Torchance ist da, sie ist groß – ich sah den Ball genau auf den Keeper fliegen, ich sah ihn sonstwo, aber nicht im Tor. Und dann war er doch drin und ich habe mich so sehr gefreut, über das Tor, das 3:1, habe mich gefreut für Miki und mich kurz geschämt, dass ich nicht, wie sonst meistens, positiv, sondern so negativ gedacht hatte. Ich will das gar nicht – auch deswegen hoffe ich, dass Miki bleibt, dass seine Formkurve weiter und weiter steigt und ich irgendwann, möglichst bald, vergesse, wie das war mit den bösen Vorahnungen bei Ballbesitz von Mkhitaryan.

Warum das so ist, dass diese Leistungssteigerung, von ihm und auch der Mannschaft, erst jetzt kommt? Darüber kann man ganz bestimmt wilde Spekulationen abhalten. Natürlich kommt sie spät, zu spät, um die Saison standesgemäß zu gestalten, aber nicht zu spät, um sie zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Mit einem Sieg am Samstag im Pokalfinale könnte die Mannschaft und mit einem Tor dort könnte Mkhitaryan vieles vergessen machen, worüber seit Beginn dieser Saison geschimpft worden ist.

Aubameyang+Hummels+Mkhitaryan_1_23.05.15_Bremen_RN-dpa© RN/dpa

Einen Mkhitaryan, der so spielt wie gegen Bremen, wie in der 1. Halbzeit gegen Wolfsburg, mit aufsteigender Formkurve, sollte man definitiv nicht abgeben. Ich bin mir, wenn das überhaupt geht, noch sicherer als bisher, dass er auch in der nächsten Saison noch beim BVB spielen wird. Und ich freue mich jetzt schon darauf.

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