Irgendwas läuft grade schief.

Es gibt da etwas, was mich gewaltig nervt dieser Tage, in denen ich mich (endlich) dem BVB wieder etwas mehr zuwende. Eigentlich sind es zwei Dinge, das eine nervt schon etwas länger, das andere erst seit kurzem. Und es sind Dinge, bei denen frage ich mich, was läuft da schief – in meiner Twitter-Blase oder unter den BVB-Fans allgemein.

Nummer eins also. Ich bin ein Fan von Mats Hummels, das gebe ich gerne zu. Er ist (war?) einer der besten Innenverteidiger (Deutschlands? Europas? der Welt?), er sieht jetzt zumindest nicht schlecht aus (Achtung: Untertreibung) und intelligent ist er auch noch, bringt auch mehr als drei gerade Sätze am Stück raus und die haben dann in der Regel auch noch Hand und Fuß. Die massive Kritik, die er erntete, als er angeblich als Kapitän zu schlecht über seine Mitspieler sprach und sich selbst in seine Kritik nicht mit einschloss, empfand ich auch noch als ungerechtfertigt.

Zumal kurz danach das Interview von ihm und Frank Buschmann veröffentlicht wurde und das war wieder so ein „mann, was hat der doch immer wieder für gute Dinge zu sagen“-Moment.

Aber es ist und bleibt eine Tatsache, dass, trotz bisher nur 2 Niederlagen, Platz 2, 29 Punkten, zum einen der gesamte Defensivverbund des BVB nicht immer so besonders sattelfest ist (15 Gegentore), und zum anderen Mats Hummels selbst aktuell nicht wirklich in Form ist (vorsichtig ausgedrückt). Und das, finde ich, darf man dann auch einfach mal festhalten. Das hat nichts mit überzogener Kritik zu tun oder gar mit Bashing. Aber mein (Twitter-)Eindruck ist schlicht, dass viele da nicht mehr differenzieren können zwischen dem, was wirklich ungerechtfertigt ist, und dem, was nunmal Fakt ist und wahllos alle und alles, der/die es wagen, den „geheiligten Hummels“ (Achtung: Ironie) zu kritisieren, des Neids, der Missgunst, des Bashings etc. pp bezichtigen.

Das fällt mir schon seit Wochen auf und, sagen wir mal so, das Eigentor gestern hat es nicht besser gemacht. Klar kann es jedem mal passieren. Wäre es Hummels‘ erster Patzer, würde ich auch darüber hinweggehen und sagen: Schwamm drüber. Ist es aber nicht. Es ist nicht der erste Fehler von ihm, der zu einem Gegentor führt (auch, wenn er vielleicht nicht immer tatsächlich der Alleinschuldige ist), er ist momentan nicht (mehr) so souverän, wie er es lange Jahre war.

Würde ich nicht wirklich absolut Schlimmes für das Aufbauspiel des BVB befürchten, wäre meine Meinung: Gebt Hummels ein, zwei Spiele Pause und lasst Neven neben Papa verteidigen. Aber das würde vermutlich auch nicht immer gut aussehen.

Das zweite, was mir seit gestern vermehrt auffällt, ist die „Mund abputzen und weiter“-Mentalität. Ich denke auch manchmal so. Dann, wenn ein Spiel unglücklich verloren geht, wenn die Mannschaft hart gekämpft und alles gegeben hat, der Gegner aber einfach einen Tick besser war, oder wenn man durch knappe/falsche Schiedsrichter-Entscheidungen benachteiligt worden ist.

Über ein Spiel und eine Leistung wie gestern kann ich nicht einfach mit einem „Mund abputzen und weiter“ hinweg gehen. Es war eine absolut schlechte Leistung von so ziemlich allen, die da auf Seiten des BVB auf dem Platz standen. Klar, man hatte wenig Vorbereitung, viele Spieler waren mit der Nationalmannschaft unterwegs (warum Tuchel einen Kagawa, ohne dass der ein einziges Mal im BVB-Training war, spielen ließ, werde ich auch nie verstehen) – aber ich hatte eigentlich nur bei Schmelle und vielleicht Weigl den Eindruck, dass sie überhaupt den Willen und die Bereitschaft hatten. Dem Rest ging nicht nur eine gute Leistung, sondern auch der Einsatz völlig ab.

Und wenn sich sogar die Spieler hinstellen (Schmelzer, Bürki) und erfrischend ehrlich von Denkzettel und schlechter Leistung sprechen, dann gehe ich doch nicht her und sage, ach, wir sind ja immer noch Zweiter, haben wir halt verloren, ist nunmal der HSV, weiter geht’s. Der BVB hat ja nicht verloren, weil der HSV so eine absolute Übermannschaft ist. Sondern, weil Einsatz und Einstellung bei vielen (zumindest augenscheinlich) nicht stimmten. „Wenn du nicht 100 Prozent gibst, kannst du ein Bundesligaspiel nicht gewinnen“, hat Schmelle gestern gesagt und damit hat er wohl Recht und bestätigt auch meinen Eindruck.

BVB_143_20.11.2015_HSV_BVB© Borussia Dortmund

Und da finde ich, sorry, „Mund abputzen und weiter“, was ich viel gelesen und gehört habe gestern, schlicht unpassend. Denn so, wie gestern, sollte die Mannschaft bitte lieber nicht weiter machen.

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